Neue Firmware für einen verwaisten Luftreiniger

Zwei Luftreiniger von Aeris haben die Server ihres Herstellers überlebt. Sie laufen jetzt mit einer offenen Firmware, melden sich per MQTT bei Home Assistant und zeigen die Krake als Lüfteranzeige. Stand 2026-09-25.

Die zwei Geräte

Beide sind Aeris aair 3-in-1 Pro. Das Backend des Herstellers gibt es nicht mehr, und mit ihm ist die App verschwunden. In jedem Gerät steckt ein Particle Photon, eine kleine WLAN-Platine, auf der jetzt ein anderes Programm läuft.

Gerät 1 steht im Schlafzimmer und wälzt die Raumluft um. Gerät 2 steht auf dem Balkon und bläst gefilterte Außenluft durch die Wand ins Schlafzimmer. Es ist die Zuluft des Schlafzimmers und der einzige mechanische Luftwechsel der Wohnung. Ein Schalldämpfer in der Wanddurchführung begrenzt den gemessenen Luftwechsel des Schlafzimmers auf 24–28 m³/h; frei aufgestellt fördert das Gerät bei einem Viertel seiner Lüfterleistung rund 160 m³/h. Sein Feinstaubsensor misst PM2,5 höher als PM10 und taugt deshalb nicht als Referenz für die Außenluft.

Die Oberseite eines Luftreinigers in schwachem rotem Licht: ein rundes Display mit einer stilisierten Krake, einem WLAN-Symbol, einer Prozentzahl und Feinstaubwerten für PM2,5 und PM10.

Das Display mit der neuen Firmware. Die Krake ist die Lüfteranzeige; die Werte sind die, die das Gerät an den Haus-Broker sendet.

Was die Firmware macht

Sie ist ein Fork der Firmware von CliffLin, die auf der Home-Assistant-Arbeit von mjaymeyer aufbaut. Beide hatten die Cloud schon durch eine lokale Web-API und MQTT ersetzt, und der Fork steht wie sie unter der GPL-3.

Zwei seiner Änderungen gingen an das Ursprungsprojekt zurück und wurden im September übernommen: eine serielle Einrichtung für Geräte, deren WLAN-Einrichtungsmodus nicht antwortet, und ein Treiber für die Beleuchtung hinter den vier Tasten, mit Muster, fünf Helligkeitsstufen und Blinken. In diesem Fork bleibt:

  • Das Display zeigt die Krake als Lüfteranzeige. Der Kopf leuchtet immer, die acht Arme leuchten von links nach rechts auf, je schneller der Lüfter läuft.
  • PM2,5 und PM10 sind nach dem Europäischen Luftqualitätsindex eingefärbt, von Blau für gut bis Rot für sehr schlecht.
  • Die Restlaufzeit des Filters zählt in Minuten herunter und übersteht Neustarts.

Der Code ist öffentlich: tyclab/aeris-aair-firmware.

Wie Home Assistant sie sieht

Die Firmware sendet schlichte Ganzzahlen, ein Topic pro Wert, ohne Discovery und ohne Last-Will-Nachricht. Home Assistant legt jede Entität selbst an: Lüfterstufe von 0 bis 100, Tastenbeleuchtung mit Helligkeit, die restlichen Filtertage. Einen Befehl, den die Firmware nicht versteht, verwirft sie. Der Schalter für die Displaybeleuchtung läuft im optimistischen Modus, weil die Firmware diesen Zustand nie zurückmeldet.

Was offen ist

  • Der LED-Ring am Rand bleibt dunkel. Kein Registerbit spricht ihn an, und warum, ist nicht geklärt.
  • Gerät 2 ist die Zuluft des Schlafzimmers, aber noch stellt nichts seinen Lüfter nach dem Kohlendioxid im Schlafzimmer. Das Signal wird schon aufgezeichnet; die Notiz über die Hauszustände zeigt es.

Hintergrund: die Notiz zur Architektur →